Die Causa zum endlich zurückgetretenen Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck hat Österreich unsanft aus dem Urlaubsmodus geholt. Seine vom profil und anderen Printmedien zitierten ungeheuerlichen Aussagen aus den Tiefen eines Weinkellers, hat viele dankenswerter Weise mutige Reaktionen wie jene von Bundeskanzler Christian Stocker und WKO Präsidentin Martha Schultz, hervorgerufen. Die Konsequenz des ÖVP-Vorstandes, Ruck aus der Partei auszuschließen, war die einzig richtige Antwort. Und auch die ehemalige Bundesministerin Maria Rauch-Kallat hat mit ihrem spektakulären Austritt aus dem Wiener Wirtschaftsbund ein sehr deutliches Zeichen gesetzt.
Zu viele andere haben geschwiegen, so getan, als wäre man gerade im Urlaub. Dafür haben reihenweise Männer die wütenden Postings der Frauen auf Social Media geliked oder sogar geteilt. Das zeigt, dass Rucks Verhalten eben nicht nur „flapsiges Männergerede“ ist, sondern ein echtes, auch von Männern so empfundenes Fehlverhalten, das 2026 im öffentlichen österreichischen Leben nichts zu suchen hat.
„Ich bin nach wie vor schockiert über jene, die schweigen oder gar verteidigen, aber ich sehe am Verhalten vieler Männer, dass wir als Gesellschaft doch auf dem richtigen Weg sind“, sagt IWF Austria-Präsidentin Elisabeth Miksch-Fuchs. Als unpolitisches Frauennetzwerk distanziert sich der IWF Austria ausdrücklich von den durch die Causa Ruck zu Tage geförderten Methoden, Aussagen und Verhaltensweisen. Netzwerken bedeutet für die Menschen des 21. Jahrhunderts eben nicht Freunderlwirtschaft und Postenschacher, sondern für Erfahrungs- und Gedankenaustausch.

