Die Gelegenheit, die designierte Vizebürgermeisterin Barbara Novak live zu erleben, nutzen ganz viele IWF-Frauen. Präsidentin Elisabeth Miksch-Fuchs lockte mit klugen Fragen die Politikerin aus der Reserve, die spontan gestand, dass sie schon mit 15 Jahren wusste, sie werde in die Politik gehen. Auch damals habe das aus ihrem Umfeld niemand verstanden, erzählte Novak später. Der ständige Krisenmodus, in der sich die Welt befindet, macht den Job einer Finanz- und Wirtschaftsstadträtin nicht leichter, kaum ist ein Budget verabschiedet, startet – wie soeben – ein neuer Krieg, der wieder alle Berechnungen über den Haufen wirft. Nicht nur für die Stadtverwaltung, sondern leider auch für die Unternehmen, die am Wirtschaftsstandort Wien ansässig sind und deren Bedürfnisse Novak sehr ernst nimmt. Sie verspricht, dort, wo es möglich ist, mit KI und Digitalisierung die Prozesse zu beschleunigen, dies auch zu tun. Den Rechtsruck spüre sie, ja, aber den hätte es in den 90iger Jahren mit Jörg Haider auch gegeben, jetzt allerdings nimmt die Aggressivität so gewaltig zu. Novak berichtet von absurden Droh-E-Mails, die sie erreichen, denkt bei manchen Veranstaltungen an Personenschutz und spürt auch wachsenden Sexismus und sexuelle Belästigungen, die sie nicht widerspruchslos hinnimmt, sondern im Anschluss an den Vorfall persönlich klärt.
Auf die Frage, was sie Frauen rate, die weiterkommen möchten, meint sie: Paradoxe Intervention. „Man dürfe ruhig in der Pause gehen, wenn einem das Stück nicht gefällt, man müsse nicht immer machen, was erwartet wird.“






Wirtschaftlich stehe man jetzt in Wien vor den neuen Herausforderungen der Quantentechnologie, die uns ihrer Meinung nach noch mehr beschäftigen wird, als die KI derzeit. In 10 Jahren hofft Novak auf eine weiterhin bunte und lebenswerte Wiener Stadt, die mit dem historischen Kern aber auch über moderne Stadtteile und landwirtschaftliche Nutzflächen verfügt, obwohl Wien die drittgrößte europäische Stadt im deutschsprachigen Raum ist. Ja und die U-Bahn sollte bis dahin fertig sein.
Nach ihren sehr offenen Ausführungen nahm sich Novak noch Zeit zum plaudern mit den Anwesenden
